Anycubic i3 Mega

Hallo und willkommen zu unserem heutigen Beitrag.

 

In einigen unserer Blog-Artikel haben wir bereits von uns erstellte 3D Modelle zum Download angeboten, damit unsere Leser diese selbst drucken können.

Viele unserer Leser besitzen bereits einen oder sogar mehrere 3D Drucker, und haben auf dem Gebiet des 3D Druckens schon sehr viel Erfahrung.

Wir haben jedoch einen Kollegen mittleren Alters *hust* der immer noch keinen 3-Drucker besitzt. "Zu teuer, zu kompliziert, zu langsam" sind seine Argumente.

Es hat sich in den letzten Jahren jedoch einiges getan. Bei vielen aktuellen Modellen ist der Aufbau und die Inbetriebnahme auch für unerfahrene Anwender innerhalb weniger Minuten zu bewältigen. So versprechen es zumindest die Hersteller und die vielen Testberichte und Videos auf Youtube.

Wir wollten den Test machen, und haben unserem skeptischen Kollegen einen 3D Drucker gekauft.

Dabei waren uns folgende Punkte sehr wichtig:

- schneller und vor allem einfacher Aufbau
- günstig in der Anschaffung
- überzeugende Druckqualität und akzeptable Geschwindigkeit

Nach ein wenig Recherche haben uns daher für das Modell "Anycubic i3 Mega" (für Amazon Link hier klicken) entschieden. Dieser hat in unserer Auswahl den Cetus 3D MK3 knapp geschlagen, hauptsächlich wegen des günstigeren Preises, dem größeren Druckvolumen, dem Beheizten Druckbett und der weit verbreiteten Cura 3D software. 

Hier nun die Erfahrungen unseres skeptischen Kollegen bei der ersten Inbetriebnahme seines ersten 3D Druckers.

 

Geliefert wurde der Drucker innerhalb von ca. einer Woche nach Bestellung. Das Gerät wird in einer ziemlich unscheinbaren Box geliefert:

 

Verpackung

 

Der Drucker ist sehr gut verpackt und vor Beschädigungen während des Transports ausreichend geschützt. 

 

Ordentlich verpackt...

Die Basis und der Beutel mit Zubehör

Noch bevor ich die Basis aus der Verpackung genommen habe, wollte ich nachschauen wie das Ding von innen aussieht. Das Innenleben macht einen guten Eindruck, die Verkabelung ist sauber, nur die 2 Schaubklemmen auf dem Mainboard sind etwas schräg, aber das tut der Funktion keinen Abbruch.

Mainboard des Druckers

Auch bei der Verkabelung des Netzteils gibt es nichts zu meckern. Alle Leitungen sind mit Kabelschuhen versehen und ordentlich verschraubt. 

Netzteil

Das alles macht bisher einen ziemlich guten Eindruck. Ich schraube den Boden wieder auf das Gerät, und mache mich an die zweite Schicht der Verpackung.

Hier finden wir eine Rolle mit 1 KG schwarzem Filament, sowie den Rest des Druckers in einem einzigen Bauteil.

Zweite Schicht

Dieses Teil bildet die Z-Achse, und ist komplett vormontiert, inklusive der Motoren, des "Extruders" und des "Hotends". Alles Fachbegriffe die mir ein Kollege erklären musste. Für Anfänger wie mich bedeutet dies lediglich, dass alles schon vormontiert ist.

Leider habe ich kein Foto vom Zusammenbau gemacht, da dieser tatsächlich innerhalb von 10 Minuten erledigt war. Den Rahmen mittels der 8 mitgelieferten Schrauben an die Basis befestigen, 3 Kabel einstecken, überprüfen ob das Netzteil auf 230V eingestellt ist, und der Drucker war aufgebaut.

Den Halter für die Filamentrolle ist aus transparentem Acrylglas, und wird mit 4 Schrauben und Muttern in 2 Minuten zusammengebaut. Die Schrauben nicht zu fest anziehen, da sonst das Acrylglas splittern könnte. Wie sie im  Foto erkennen habe ich die Schutzfolie auf dem Acrylglas belassen. Hier nun der fertig aufgebaute Drucker mit dem mitgelieferten Zubehör.

 

Fertig aufgebaut

 

Nun fing das blättern in der Anleitung an. Habe ich überhaupt alles richtig gemacht!? Die Anleitung ist komplett auf Englisch - aber dennoch leicht verständlich und mit vielen deutlichen Bildern.

Der Touchscreen reagiert gut, und nachdem ich die Sprache von Chinesisch auf English umgestellt hatte, konnte ich die weiteren Schritte zur Kalibierung und zum einziehen des Filaments befolgen. Beides habe ich zum ersten Mal gemacht, und es hat alles auf Anhieb funktioniert.

Auf der beiliegenden SD-Karte befinden sich neben der Anleitung und einer Software zum sogenannten "Slicen", auch ein Testmodell zum drucken.

Ich habe jedoch die aktuellste Version der kostenlosen Cura 3D Software heruntergeladen, nach der Installation den Drucker "Anycubic i3 Mega" ausgewählt und dort das Modell mit den Eulen von der SD Karte importiert. 

Dort habe ich dann die Größe der Eulen auf 33% reduziert, damit ich nicht Stunden auf meine ersten Ergebnisse warten muss.

Da mir die ganzen Einstellungen in der Software nichts sagen, habe ich das Modell mit allen Standardeinstellungen als "gcode" Datei auf die SD Karte exportiert.

Die SD-Karte in den Drucker eingelegt, konnte mein erster Druckvorgang beginnen.

Immer noch skeptisch und mit einem kritischen Blick auf alle Kabel und dem Filamentsensor, begann der Drucker mit den ersten Schichten. Zwar sind die Lüfter lauter als erwartet, aber nicht unangenehm. Dazu später aber mehr.

Erste Druckschichten

Der Drucker hat tatsächlich gedruckt! Die ersten Schichten scheinen gut auf der Druckplatte zu haften, und auch sonst sieht es vielversprechend aus.

Auf dem nächsten Foto erkennt man die Details ganz gut. Während des druckens war für mich noch nicht zu erkennen wie genau der Drucker arbeitet.

Detail vom Druck

Nach nicht einmal einer Stunde steht der Druck kurz vor der Fertigstellung. Es gab während des Vorgangs keinerlei Probleme. Auf dem Bild sind jedoch einige Fäden und "Nasen" zu erkennen.

Fast fertig...

 

Ich bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden, auch wenn es noch Raum zur Verbesserung gibt. Die Modelle konnte ich nach dem Abkühlen der Druckplatte tatsächlich ohne Kraftaufwand vom Druckbett lösen. Nachdem ich das Ergebnis meinem erfahrenen Kollegen gezeigt hatte, meinte er ich habe vermutlich eine zu niedrige Temperatur eingestellt.

Tatsächlich war als Drucktemperatur 200°C eingestellt, das Filament kann mit 190°C bis 220°C gedruckt werden.

Also habe ich die Temperatur auf 210°C erhöht, und einen Kalibrierungswürfel gedruckt, um zu überprüfen wie genau die X, Y und Z Achsen drucken. Damit Sie einen Eindruck der Druckgeschwindigkeit bekommen, habe ich folgendes kurzes Video erstellt:

Das Ergebnis war Sehr gut. Die Abmessungen des 20mmx20mmx10mm Modells betragen 19,8mm x 19,9mm x 10,0mm. Damit hätte ich bei einem Druck ohne irgendwelche Einstellungen nicht gerechnet.

Resultat

 

resultat 2

Ich bin mit dem Ergebnis vorsichtig ausgedrückt begeistert. Als nächstes werde ich wohl die Eulen mit 210°C Temperatur versuchen, aber die Fehler am Druck liegen nicht am Drucker, sondern an den Einstellungen, und meiner Unwissenheit. 

Natürlich ist dies nur ein erster Eindruck von dem Gerät. Es wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen, ob das Gerät mich auch auf Dauer begeistern kann. Ich bin wirklich erstaunt wie einfach der Aufbau die und Inbetriebnahme des Druckers sind, und wie gut uns solide die Verarbeitung ist.

Falls einer unserer Leser, genau wie Ich, sich noch nicht dazu überwinden konnte sich einen 3D Drucker zu beschaffen, dem kann ich dieses Gerät für den Einstieg sehr empfehlen.

Während ich nun den Blog Beitrag schreibe, und der Drucker auf seinen nächsten Auftrag wartet, konnte ich auf einmal ein mir sehr bekanntes Geräusch wahrnehmen: das Rattern eines defekten Lüfters. Ich vermute, es ist der Lüfter des verbauten Netzteils. Da mir die Lüfter an sich schon zu laut waren, hatte ich von Haus aus schon vor alle zu ersetzen (bzw. die Lüfter vom Netzteil, Mainboard und Hotend).

Für viele unter Ihnen ist das Thema 3D Druck ein alter Hut, aber ich hoffe Sie fanden unseren heutigen Beitrag trotzdem interessant oder unterhaltsam.

Falls Sie Fragen oder Anregungen haben, können Sie gerne die Kommentarfunktion unten nutzen.

 

Letzter Artikel Smarthome Zentrale mit ArduiTouch Teil 2 - Das Datenprotokoll
Liquid error (article-comments line 2): internal

Hinterlasse einen Kommentar

Kommentare müssen vor der Veröffentlichung überprüft werden

Erforderliche Angabe